Abschied von der Kohle

Einige Monate vor Schließung von Prosper-Haniel, der letzten Zeche in Deutschland, durfte auch ich noch einmal „einfahren“. Ein Auftrag, der gleich in dreifacher Hinsicht etwas Besonderes war.

1. Die Kohle hat, wie kein anderer Rohstoff, die jüngere Geschichte Europas geprägt und bildete die Grundlage der Entwicklung des Ruhrgebiets ab dem 19. Jahrhundert. Kurz vor der Schließung der letzten deutschen Zeche war es für mich also gewissermaßen eine Zeitreise zu den Anfängen dieser Region.

2. Der Auftraggeber ist die 1878 gegründete Zeitschrift „stadtgottes“, eine der ältesten Zeitschriften im deutschsprachigen Raum.

3. Für den Besuch unter Tage bekomme auch ich als Besucher die klassische Bergarbeiterkleidung und auch bei der Kameraausrüstung musste ich mich zurückbesinnen. Um die Explosionsgefahr zu minimieren, sind unter Tage nur Geräte ohne eigene Stromquelle zugelassen. Für diesen Auftrag musste ich also meine analoge Ausrüstung aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. So entstanden in über 1200 Metern tiefe Analog-Fotografien, die für die Reportage mit meinen digitalen Bildern von über Tage kombiniert wurden.

 

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